Von geschätzten 1.200 Menschen, die in Luxemburg auf der Straße leben, wurden bei der Impfaktion in den Räumlichkeiten der « Wanteraktioun » nur 63 Menschen geimpft. Hilfsorganisationen kritisierten bereits im Vorfeld hohe Hürden und Ausschlusskriterien. Weitere Aktionen stehen noch nicht fest. 

Es wirkt wie der Tropfen auf den heißen Stein. Nur 98 Menschen hatten sich zu der Impfkampagne eingeschrieben, die am 1. und 2. Juni in den Räumlichkeiten der « Wanteraktioun » auf dem Findel stattfand. Geimpft wurden letztlich gerade einmal 63 von ihnen. Das sind rund fünf Prozent der von den Ministerien geschätzten 1.200 Menschen, die in Luxemburg auf der Straße leben. Hilfsorganisationen gehen zudem von einer bis zu dreifach höheren Dunkelziffer aus.

Von den 63 geimpften Menschen bekamen 57 Personen den Ein-Dosis-Impfstoff von Janssen, sechs Personen unter 30 Jahren erhielten eine erste Dosis des Impfstoffs BioNTech/Pfizer. Die Impfmission wurde von den mobilen Teams der Gesundheitsbehörde durchgeführt. Die Vorbereitung und Koordination zwischen den Verbänden wurde vom Verein « Dräieck » übernommen, der zum Jahresbeginn von der Caritas, dem Roten Kreuz und Inter-Actions ins Leben gerufen wurde, um die Schlaf- und Essensstätte auf dem Findel zu verwalten.

Deutliche Kritik und offene Fragen

Hilfsorganisationen kritisierten allerdings bereits im Vorfeld die Impfaktion, für die das Gesundheitsministerium gemeinsam mit dem Familienministerium verantwortlich ist. Für marginalisierte Bevölkerungsgruppen brauche es « ein niederschwelliges Angebot », sagte etwa Raoul Schaaf, Direktor des „Centre national de défense sociale“ (CNDS) im Gespräch mit Reporter.lu.

Der hohe bürokratische Aufwand, die geografische Lage des Impfzentrums sowie die Registrierungspflicht für Impfwillige sind dabei nur einige der Faktoren, die den mäßigen Erfolg der Aktion erklären. Recherchen von Reporter.lu hatten gezeigt, dass in Luxemburg viele Menschen, die in prekären Verhältnissen leben, durch das Raster der Impfstrategie fallen …