Am Dienstag durchsuchten deutsche Staatsanwälte, Steuerfahnder und Polizisten Büros der Banken « Hauck&Aufhäuser » und Varengold. Gesucht wurden Belege für Beteiligungen der Privatbanken an Cum-Ex-Geschäften auf Kosten des deutschen Staates. Verbindungen nach Luxemburg sind nicht ausgeschlossen.

Die Razzien in Frankfurt, Hamburg und München hatten laut « Handelsblatt » zum Ziel, die Beteiligung der Banken « Hauck&Aufhäuser » und Varengold an Cum-Ex-Geschäften unter die Lupe zu nehmen. In Luxemburg, wo « Hauck&Aufhäuser » sein Fondsgeschäft verwaltet, soll es laut « Frankfurter Allgemeinen Zeitung » allerdings nicht zu Durchsuchungen gekommen sei. Auf Nachfrage konnte die Pressestelle der Luxemburger Justiz keine entsprechende Amtshilfe der deutschen Behörden finden.

Auch im Fall der Varengold Bank gibt es eine bedeutende Verbindung zu Luxemburg. Laut Geschäftsbericht 2016 gehörte der Luxemburger Gesellschaft « VEM Holding sàrl » (heute: Trillium Capital) mindestens ein Viertel der Aktien der Bank. Hinter dieser Holding stand der Brite Sanjay Shah, der als einer der Drahtzieher der Cum-Ex-Geschäfte gilt. Auch den Luxemburger Staat soll Shah laut Recherchen von REPORTER um Millionen betrogen haben. Shah kontrollierte die Varengold Bank ab 2014, berichtet der dänische Fernsehsender « TV2 ». Die dänische Steuerbehörde klagt gegen Trillium Capital in London aufgrund der mutmaßlichen Beteiligung dieser Gesellschaft an Steuerbetrug in Dänemark.

Laut « Handelsblatt » geht es bei den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Köln um neuere Modelle von Cum-Ex-Geschäften, die zum Einsatz kamen, als 2012 Deutschland eine zentrale Gesetzesänderung durchführte. Sowohl im Fall von Varengold als auch von « Hauck&Aufhäuser » waren Fondsgesellschaften an den dubiosen Aktiendeals beteiligt. Beide Bankhäuser sollen gemeinsam Cum-Ex-Geschäfte durchgeführt haben, berichtete die « Süddeutsche Zeitung ». Als Tatzeitraum gelten die Jahre 2010 bis 2016.


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