Mit welchem Personal will die CSV im Oktober die Macht zurückerobern? Auch wenn die Parteiführung nach außen das Gegenteil beteuert: Parteiintern sind die Personaldebatten längst in vollem Gange. REPORTER wagt einen Blick hinter den politisch korrekten Diskurs der CSV-Führung.

„I have the best people“: Ganz so weit wie US-Präsident Donald Trump will Claude Wiseler natürlich nicht gehen, wenn nach jenem Team gefragt wird, das im Oktober die Macht zurückgewinnen soll. Zunächst will sich der CSV-Spitzenkandidat nicht einmal auf die Frage einlassen, ob man in der Partei überhaupt schon über eventuelle Regierungsposten spricht. In der Parteiführung ist man sich einig: Diese Frage stellt sich (noch) nicht. Oder besser gesagt: Sie darf sich nach außen hin nicht stellen.

Den Eindruck einer siegessicheren Partei, die intern schon Posten verteilt, will Claude Wiseler tunlichst vermeiden. Hinter den Kulissen ist die CSV allerdings schon weiter. Selbstverständlich gibt es bereits Pläne und Szenarien für die Wahlen und die Zeit danach, heißt es von mehreren gut informierten Quellen aus der Partei. Und unabhängig von den Beteuerungen der Parteiführung geht es dabei natürlich nicht zuletzt um Personalfragen.

Jenseits des politisch korrekten Diskurses

Längst gibt es auch formale Abmachungen. Hinzu kommt eine Arbeitsteilung, die dem Konzept eines „Schattenkabinetts“ gleicht. Angelehnt an den vor allem in Großbritannien praktizierten Brauch, wonach die größte Oppositionspartei ein Team von profilierten Fachpolitikern aufstellt, das nach außen als solches auftritt und zu jeder Zeit die Regierungsgeschäfte übernehmen könnte, will auch die CSV in den Wahlkampf ziehen.

Claude Wiseler spricht im Gespräch mit REPORTER allerdings lieber von einem „Kompetenzteam“. Wer ist Teil davon? Auch hier wiegelt Wiseler in gewohnter Manier ab und sagt, dass die CSV das Glück habe, viele kompetente Politiker in ihren Reihen zu haben. Alle 23 Abgeordnete der Christsozialen seien „immens gute Leute“, sagt der Fraktionschef. Mit dem unaufgeforderten Zusatz: „Das soll jetzt aber nicht ironisch rüberkommen…“